Gemeinsam etwas Bleibendes für Lügde schaffen
Stadt lädt am 29. September zum Informationsabend über eine mögliche Bürgerstiftung ein
Lügde. Was können wir heute gemeinsam auf den Weg bringen, damit auch kommende Generationen in einer lebendigen, vielfältigen und engagierten Stadt leben können? Welche Möglichkeiten gibt es, dauerhaft etwas für die eigene Heimat zu bewirken – für Vereine, Kultur, Soziales, Jugend, Sport, Heimatpflege und das gesellschaftliche Miteinander?
Mit diesen Fragen möchte sich die Stadt Lügde gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern beschäftigen. Am Dienstag, 29. September 2026, um 19 Uhr lädt sie deshalb zu einem öffentlichen Informationsabend zum Thema Bürgerstiftung in die Aula der Johannes-Gigas-Schule am Ramberg ein.
Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, was eine Bürgerstiftung überhaupt leisten kann und unter welchen Voraussetzungen ein solches Modell auch für Lügde sinnvoll sein könnte. Dazu werden verschiedene Referenten aus der Praxis erwartet. Eingeladen ist unter anderem die Bürgerstiftung Schwalenberg, die gemessen an ihrer Größe einen bemerkenswerten Stiftungsvermögensstock aufbauen konnte und von ihren Erfahrungen berichten wird.
Die Idee ist ebenso einfach wie langfristig gedacht: Viele Menschen, Unternehmen und Institutionen tragen nach ihren jeweiligen Möglichkeiten dazu bei, Schritt für Schritt einen dauerhaften Vermögensstock aufzubauen. Dieser wird grundsätzlich erhalten. Aus seinen Erträgen und weiteren Zuwendungen können Projekte für das Gemeinwohl unterstützt werden. Dabei geht es nicht darum, dass wenige Menschen große Summen aufbringen müssen. Entscheidend ist vielmehr die Bereitschaft vieler, Verantwortung für die eigene Stadt zu übernehmen. Aus vielen individuellen Beiträgen kann über Jahre und Jahrzehnte etwas entstehen, das dauerhaft für Lügde und seine zehn Ortsteile wirkt. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten gewinnt dieser Gedanke an Bedeutung. Die finanziellen Spielräume der öffentlichen Hand werden enger. Gleichzeitig sollen das kulturelle Leben, das Ehrenamt, soziale Angebote, Heimatpflege und viele Dinge, die das Leben in den Ortschaften ausmachen, erhalten bleiben.
Auch gesellschaftliche Veränderungen stellen die Stadt vor neue Fragen. Traditionelle Strukturen verändern sich, ehrenamtliches Engagement steht zunehmend unter Druck und beispielsweise auch Kirchen und Kirchengemeinden werden künftig nicht mehr überall Aufgaben in der bisherigen Form übernehmen können. Gleichzeitig bleiben Kirchen, historische Gebäude, Begegnungsorte und andere Einrichtungen für das Ortsbild und die Identität vieler Ortsteile von großer Bedeutung.
Eine Bürgerstiftung könnte ein Instrument sein, mit dem die Zivilgesellschaft selbst langfristig Verantwortung übernimmt.
„Was kannst du für deine Stadt tun?“
Bürgermeister Torben Blome sieht darin vor allem die Chance, einen neuen gemeinschaftlichen Gedanken für Lügde zu entwickeln:
„John F. Kennedy hat einmal sinngemäß gefragt: Frag nicht nur, was der Staat für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst. Auf unsere Ebene übertragen möchte ich die Frage stellen: Was können wir gemeinsam für unsere Stadt tun? Eine Bürgerstiftung kann darauf eine sehr konkrete Antwort geben. Vielleicht mit Geld, vielleicht mit Zeit, vielleicht mit Wissen, Kontakten oder guten Ideen. Nicht jeder kann und muss dasselbe beitragen. Aber wenn viele Menschen etwas beitragen, können wir gemeinsam etwas schaffen, das weit über unsere eigene Generation hinaus Bestand hat.“ Blome kündigt zugleich an, sich im Falle einer Gründung auch persönlich und privat einzubringen. Entscheidend sei jedoch, dass eine Bürgerstiftung keine Stiftung der Stadtverwaltung oder der Politik, sondern eine Organisation aus der Mitte der Bürgerschaft werde.
Die Anregung für die Beschäftigung mit einer Bürgerstiftung ist aus dem politischen Raum entstanden. Zugleich besteht Einigkeit darüber, dass ein solches Projekt nur dann erfolgreich sein kann, wenn es von einer breiten gesellschaftlichen Basis getragen wird. Eine mögliche Bürgerstiftung soll deshalb überparteilich, unabhängig und fest auf dem Boden der Werte des Grundgesetzes stehen.
Dabei beginnt Lügde keineswegs bei null. Mit bestehenden Stiftungen und Organisationen gibt es bereits großes Engagement für das Gemeinwohl. Beispielhaft stehen dafür die wertvolle Arbeit der Schwering & Hasse-Stiftung, der Klinge-Stiftung, der WIR-Stiftung. der van de Kamp Stiftung sowie vieler weiterer Vereine, Initiativen und engagierter Menschen. Eine Bürgerstiftung soll diese Strukturen ausdrücklich nicht ersetzen oder mit ihnen konkurrieren. Vielmehr könnte sie eine weitere, langfristig angelegte Säule des bürgerschaftlichen Engagements für die gesamte Großgemeinde werden und dort unterstützen, wo Menschen gemeinsam etwas für ihre Heimat bewahren, ermöglichen oder neu entwickeln möchten.
Ob eine Bürgerstiftung tatsächlich gegründet wird und wie sie konkret ausgestaltet werden könnte, ist ausdrücklich noch offen. Der Informationsabend am 29. September soll deshalb zunächst Gelegenheit geben, sich unverbindlich über Möglichkeiten, Voraussetzungen und Erfahrungen anderer Bürgerstiftungen zu informieren, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Gleichzeitig sind Menschen willkommen, die sich bereits vorstellen können, später als Stifterin oder Stifter beziehungsweise Zustifterin oder Zustifter einen finanziellen Beitrag zu leisten. Ebenso wichtig sind Bürgerinnen und Bürger, die Interesse daran haben, eine mögliche Stiftung ehrenamtlich mit aufzubauen oder später Verantwortung in ihren Gremien zu übernehmen. Ziel wäre es, von Beginn an einen ausreichend großen Vermögensstock aufzubauen und diesen anschließend kontinuierlich wachsen zu lassen. Obwohl über eine Gründung noch gar nicht entschieden ist, liegen bereits erste Signale von Menschen vor, die sich eine finanzielle Beteiligung vorstellen können.
„Das macht Mut“, sagt Bürgermeister Blome. „Aber eine Bürgerstiftung lebt nicht von einzelnen Personen. Sie lebt davon, dass Menschen aus Rischenau genauso ihre Stiftung darin sehen wie Menschen aus Elbrinxen, Sabbenhausen, Niese, den übrigen Ortsteilen oder der Kernstadt. Wenn wir diesen Weg gehen, dann soll daraus etwas für ganz Lügde entstehen.“
Deshalb richtet sich die Einladung ausdrücklich an Bürgerinnen und Bürger aus allen zehn Ortsteilen, an Vereine und Initiativen, Unternehmen und Gewerbetreibende sowie an alle, die sich ihrer Heimat verbunden fühlen.
Informationsabend „Bürgerstiftung für Lügde?“
Dienstag, 29. September 2026, 19:00 Uhr
Aula der Johannes-Gigas-Schule am Ramberg
Die Teilnahme ist unverbindlich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, zuzuhören, Fragen zu stellen, Ideen einzubringen – und gemeinsam darüber nachzudenken, was wir heute für das Lügde von morgen auf den Weg bringen können.
Bildrechte: Bürgerstiftung Schwalenberg „Ein Vorbild für Lügde? 2002 gegründet, verfügt die Bürgerstiftung Schwalenberg heute über ein Vermögen von knapp 500.000 Euro und hat bereits über 200.000 Euro an Projekten finanziert.
https://www.buergerstiftung-schwalenberg.de/
Stadt Lügde – Der Bürgermeister
Torben Blome
Am Markt 1
Tel. 05281 7708-101
t.blome@luegde.de