Die Ungerechtigkeiten des Lebens – wo ist unser Miteinander geblieben?
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Die Ungerechtigkeiten des Lebens – wo ist unser Miteinander geblieben?
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
Verfasst von Mevludin Useinoski
Zwei Männer reichen sich respektvoll die Hand, umgeben von einer vielfältigen Gruppe von Menschen.
Kennt ihr das auch?
Ihr lernt einen Menschen kennen. Offen. Ehrlich. Ohne Vorurteile. Ihr hört zu, ihr wollt verstehen, ihr wollt Vertrauen aufbauen. Ihr gebt diesem Menschen die faire Chance, sich so zu zeigen, wie er wirklich ist.
Und dann passiert etwas, das so ungerecht ist, dass es innerlich schmerzt. Andere reden schlecht über ihn. Gerüchte entstehen. Vorurteile verbreiten sich schneller als die Wahrheit. Und plötzlich ist dieser Mensch aus eurem Leben verschwunden.
Nicht, weil ihr selbst schlechte Erfahrungen gemacht habt. Nicht, weil es Streit gab. Sondern weil andere geurteilt haben. Ohne ihn wirklich zu kennen. Ohne selbst zugehört zu haben. Ohne sich ein eigenes Bild zu machen.
Diese Ungerechtigkeit erleben wir tagtäglich. Menschen mit Behinderung. Menschen ohne Behinderung. Menschen verschiedener Herkunft. Menschen verschiedener Religionen. Menschen mit unterschiedlicher Schulbildung. Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen.
Das Problem ist immer dasselbe: Wir haben verlernt, Menschen selbst kennenzulernen. Wir hören auf Gerede. Wir glauben Vorurteilen. Wir übernehmen Meinungen, statt eigene Erfahrungen zu machen. Dabei wäre es so einfach: Sich eine Stunde Zeit nehmen. Sich hinsetzen. Zuhören. Verstehen wollen.
Doch genau das passiert immer weniger. Wir leben in einer digitalen Welt, in der wir technisch perfekt vernetzt sind – und trotzdem war das zwischenmenschliche Verständnis noch nie so schwach wie heute. Wir urteilen schneller, als wir zuhören. Wir bewerten schneller, als wir verstehen. Wir verurteilen schneller, als wir nachfragen.
Und das ist eine der größten Ungerechtigkeiten unserer Zeit. Denn jeder Mensch hat seine Geschichte. Jeder Mensch ist durch Erfahrungen, Erlebnisse, Kämpfe, Freude und Leid zu dem geworden, der er heute ist. Doch kaum jemand interessiert sich noch wirklich dafür. Stattdessen heißt es: „So musst du sein.“ „So musst du dich verhalten.“ „So passt du in unsere Gesellschaft.“
Aber ein Mensch möchte sich nicht verbiegen lassen. Ein Mensch möchte angenommen werden. So wie er ist. Mit seinen Stärken. Mit seinen Schwächen. Mit seiner Geschichte. Freundschaften entstehen nicht dadurch, dass man jemanden verändert. Freundschaften entstehen dadurch, dass man jemanden sein lässt.
Und genau das geht immer mehr verloren. Unsere Welt wird rauer. Kälter. Misstrauischer. Diebstahl nimmt zu. Betrug nimmt zu. Man bekommt E-Mails und muss überlegen, ob sie echt sind oder eine Falle. Warum müssen wir überhaupt so denken? Weil das Misstrauen größer geworden ist als das Vertrauen.
Neid. Missgunst. Konkurrenzdenken. Jeder möchte besser sein als der andere. Doch was gewinnen wir dabei? Wir verlieren das Wichtigste: Das Miteinander.
Und dieses Miteinander kennt keine Religion, die gehasst werden darf. Ob jemand jüdisch, christlich, muslimisch oder andersgläubig ist – der Kern jeder Religion ist Respekt, Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Menschlichkeit. Hass entsteht durch Menschen, nicht durch Glauben.
Genauso darf kein Mensch nach seinem Schulabschluss bewertet werden. Ob jemand einen Hauptschulabschluss hat, einen Realschulabschluss, ein Studium, eine Ausbildung oder gar keinen Abschluss. Was auf dem Papier steht, sagt nicht aus, wer dieser Mensch wirklich ist. Ein Mensch ist vielseitig. Fähig. Lernbereit. Talentiert auf seine eigene Art.
Und trotzdem werden Menschen viel zu schnell in Schubladen gesteckt. „Lernbehindert.“ „Nicht belastbar.“ „Nicht geeignet für den Arbeitsmarkt.“ Und schon landet dieser Mensch in Gutachten, Bewertungen und Entscheidungen anderer. Viel zu oft sogar direkt in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung – ohne dass man wirklich geschaut hat, was dieser Mensch kann, was er möchte, welche Träume er hat.
Das ist nicht richtig. Ein Gutachten darf niemals über das Leben eines Menschen entscheiden. Ein Papier darf niemals mehr zählen als die Fähigkeiten, die Persönlichkeit und der Wille eines Menschen. Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben so zu leben, wie er es möchte.
Was wir tun sollten, ist nicht Menschen einzuordnen. Sondern Menschen zu unterstützen. Nicht verbiegen. Nicht abstempeln. Nicht einsortieren. Sondern begleiten. Fördern. Vertrauen. Sich an einen Tisch setzen. Reden. Zuhören. Verstehen. Sagen: „Ich verstehe dich vielleicht nicht sofort. Aber ich möchte dich verstehen.“
Denn wenn das Zwischenmenschliche fehlt, fehlt das Fundament unserer Gesellschaft. Lebensmittel werden teurer. Energie wird teurer. Versicherungen steigen. Es gibt Ärztemangel. Gerade die Menschen, die Hilfe am meisten brauchen, müssen immer wieder für ihre Rechte kämpfen. Viele fühlen sich allein gelassen. Nicht gehört. Nicht verstanden. Nicht ernst genommen. Und trotzdem macht jeder nur sein eigenes Ding.
So kann es nicht funktionieren. Nur als Miteinander. Nur als großes menschliches Team. Nur wenn wir uns gegenseitig die Hand reichen, statt mit dem Finger aufeinander zu zeigen.
Stellt euch vor, wir würden wieder anfangen, uns wirklich zu begegnen. Wieder anfangen, zuzuhören. Wieder anfangen, uns Zeit zu nehmen. Wieder anfangen, den Menschen zu sehen – nicht das Gerücht, nicht das Vorurteil, nicht das Urteil anderer. Wie anders würde unsere Welt aussehen?
Vielleicht ist die größte Ungerechtigkeit unserer Zeit, dass wir das Menschlichste von allem verloren haben: Das ehrliche, echte, zwischenmenschliche Miteinander. Und genau dort müssen wir wieder anfangen.
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